Der chinesische Stahlmarkt zeigte sich seit Jahresbeginn volatil. Nach dem Einbruch im ersten Quartal erholte sich die Nachfrage ab dem zweiten Quartal allmählich. In letzter Zeit verzeichneten einige Stahlwerke einen deutlichen Auftragsanstieg und mussten sogar mit Lieferverzögerungen rechnen.
Im März erreichten die Lagerbestände einiger Stahlwerke über 200.000 Tonnen und damit einen neuen Höchststand der letzten Jahre. Ab Mai und Juni erholte sich die nationale Stahlnachfrage, und die Stahllagerbestände der Unternehmen begannen allmählich zu sinken.
Daten zeigen, dass die nationale Stahlproduktion im Juni 115,85 Millionen Tonnen betrug, ein Anstieg von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr; der Rohstahlverbrauch lag bei 90,31 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr. Betrachtet man die nachgelagerten Bereiche der Stahlindustrie, so stiegen die Baufläche im Immobiliensektor, die Automobilproduktion und der Schiffbau im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal um 145,8 %, 87,1 % bzw. 55,9 %, was die Stahlindustrie maßgeblich stützte.
Die Erholung der Nachfrage hat zu einem Anstieg der Stahlpreise geführt, insbesondere bei hochwertigem Stahl mit höherer Wertschöpfung, dessen Preise schneller gestiegen sind. Viele nachgelagerte Stahlhändler haben es nicht gewagt, große Mengen einzulagern, und verfolgen stattdessen die Strategie des schnellen Ein- und Auskaufs.
Analysten gehen davon aus, dass mit dem Ende der Regenzeit in Südchina und dem Beginn der traditionellen Stahlverkaufssaison „Goldener Neun und Silberner Zehn“ der gesellschaftliche Stahlvorrat weiter aufgebraucht wird.
Veröffentlichungsdatum: 18. August 2020